Gründungsglossar

Accelerator 

  • Der Begriff Accelerator wird auch als "Beschleuniger". Acceleratoren sind meist Institutionen, die Startups innerhalb eines festgelegten Zeitraums durch intensives Coaching unterstützen und so den Entwicklungsprozess stark beschleunigen und vorantreiben. Acceleratoren agieren oftmals im Rahmen von Bootcamps, wo die Unternehmensidee intensiv zu einem marktreifen Produkt oder einer Dienstleistung entwickelt wird.

Aufbauphase (First Stage)

  • Die vierte Phase, die Aufbau-Phase wird auch First Stage genannt.Es darum das Unternehmen aufzubauen, die ersten Umsätze werden erzielt und das Startup etabliert sich am Markt. Die Beobachtung des Marktes und der Wettbewerbssituation sind dabei entsprechend wichtig, dass im Zweifelsfall schnell und flexibel reagiert werden kann. In dieser Phase werden zudem die ersten Mitarbeiter*innen eingestellt, Personalführung und Arbeitsrecht bilden neue Herausforderungen. Diese Phase dauert ca. bis zum Ende des 2. Geschäftsjahres.

Bootstrapping

  • Bootstrapping bezeichnet eine Finanzierungsform der Unternehmensgründung. Dabei wird auf externe Finanzierungshilfe komplett verzichtet. Das Unternehmen finanziert sich also eigenständig und schafft es aus eigener Kraft das Geschäft auf die Beine zu stellen.

Business Angel

  • Business Angel sind erfahrene Unternehmer*innen, die angehende Entrepreneur*innen unterstützen. Sie beteiligen sich finanziell an Unternehmen und stellen Know-How, Praxiserfahrungen und Kontakte aus ihrem Netzwerk zur Verfügung. Ihre Funktion ist weitgehende auf Beratung ausgerichtet, da sie selbst erfolgreich unternehmerisch tätig waren und somit hilfreiche Erfahrungswerte, neben Eigenkapital, mitbringen.

Businessplan

  • Der Businessplan wird auch Geschäftsplan genannt und versteht sich als schriftliches Unternehmenskonzept. Er ist quasi der Fahrplan für die Unternehmensgründung und bietet Orientierung. Für Externe (z.B. Banken, InvestorInnen, etc.) wird der Businessplan als Entscheidungsgrundlage herangezogen. Er gibt Informationen zum Team, zur finanziellen Lage, zum Produkt/Dienstleistung, zum Markt und den Mitbewerbern, zu Planrechnungen sowie auch zur Marketingstrategie.

Crowdfunding

  • Crowdfunding ist eine Finanzierungsart, auf die bei Unternehmensgründungen oder Projektrealisierungen zurückgegriffen wird. Mit dem Crowdfunding lassen sich Projekte realisieren, ohne Investor*innen vom Projekt überzeugen zu müssen. Stattdessen finanzieren viele interessierte Personen direkt in das Projekt, durch kleine, aber viele Geldbeträge für eine gewisse Gegenleistung. Wenn innerhalb eines gewissen Zeitraumes die angestrebte Summe erreicht wird, kann die Idee umgesetzt werden.

Design Thinking

  • Design Thinking ist ein Prozess, um die Findung von kreativen Ideen zu fördern. Es ist eine systematische Herangehensweise an komplexe Problemstellungen. Diese Methode fokussiert sich darauf, Innovationen hervorzubringen.Design Thinking greift damit auf die Vorgehensweise aus dem Design-Bereich zurück, welche nutzerorientiert arbeitet und damit Bedürfnisse befriedigen will.

Entrepreneurship

  • Entrepreneurship umfasst unternehmerisches Denken und Handeln. Demnach ist ein Entrepreneur jemand, der oder die etwas unternimmt, denn der Begriff leitet sich aus dem Französischen ab. Die wohl wichtigsten Eigenschaften eines Entrepreneurs sind die Selbstverwirklichung, Kreativität und Anpassungsfähigkeit. Entrepreneurship means searching for change, responding to it and exploiting it as an opportunity. (Peter Drucker)

Geschäftsmodell / Business Model

  • Das Geschäftsmodell (Business Model) beschreibt die Logik nach der ein Unternehmen funktioniert. Die wichtigsten Komponenten sind (1) das Nutzerversprechen (Value Proposition), das ist der Wert, der für Kunden geschaffen wird, (2) die Architektur der Wertschöpfung, also wie die Leistung geschaffen wird und (3) das Ertragsmodell, d.h., wie und welche Erlöse ein Unternehmen generiert.

Hackathon

  • Der Begriff Hackathon ist eine Zusammensetzung von "Hack" und "Marathon" und beschreibt ein kollaboratives Veranstaltungsformat, welches meistens ca. 48 Stunden dauert. Das Ziel dabei ist es, innerhalb von kurzer Zeit Lösungen für schwierige Probleme zu erarbeiten oder innovative Produkte und Services zu entwickeln. Die Schwerpunkte liegen dabei auf einer lockeren Atmosphäre und großer Kreativität.

Inkubator

  • Die Bezeichnung Inkubator im Rahmen der Unternehmensgründung kommt ursprünglich aus der Medizin, hierbei wird eine Art Brutkasten für Frühgeborene als Inkubator bezeichnet. Im übertragenen Sinne übernehmen Inkubatoren auch für Startups solch eine solche Funktion. Inkubatoren sind demnach Einrichtungen, die Unternehmen auf den Weg der Gründung bringen und sie dabei unterstützen.

Innovation

  • Innovation bezeichnet die mit technischem, sozialem und wirtschaftlichem Wandel einhergehenden Neuerungen. Die Idee ist lediglich die Invention oder Erfindung einer möglichen Innovation. Diese Idee wird erst durch die wirtschaftliche Umsetzung zur Innovation. Als Urheber der Innovationen gilt Joseph Schumpeter (1883-1950), österreichischer Nationalökonom und Professor an der Harvard Universität, der Innovation als eine „Durchsetzung neuer Kombinationen“ definierte.

IoT

  • Internet of Things (IoT) oder „Internet der Dinge“ beschreibt die Vernetzung und selbstständige Kommunikation unter Maschinen. Dazu zählen alle computerisierten Gegenstände, vom smarten Kühlschrank über Sensoren wie Thermostate bis zum selbstfahrenden Auto.

IP

  • IP steht für „Intellectual Property“ und bedeutet übersetzt „geistiges Eigentum“. Unter geistigem Eigentum versteht man immaterielle Güter und Vermögenswerte, wie z.B. Kunstwerke, technische Erfindungen, literarische Werke, etc. Es bildet somit das Ergebnis von geistigen Prozessen ab, an welchen einzelne Personen oder mehrere Menschen beteiligt sind. Geistiges Eigentum zielt auch darauf ab verwertet zu werden, sodass das immaterielle Gedankengut in der Praxis Anwendung finden kann. In diesem Fall muss es auch entsprechend geschützt werden.

Künstliche Intelligenz

  • Künstliche Intelligenz (KI) oder Artificial Intelligence (AI) versetzt Maschinen in die Lage, aus Erfahrung zu lernen, sich auf neu eingehende Information einzustellen und Aufgaben zu bewältigen, die menschenähnliches Denkvermögen erfordern. Unter KI versteht man daher Systeme mit einem intelligenten (selbstlernendem) Verhalten, die ihre Umgebung analysieren und mit einem gewissen Grad an Autonomie handeln.

Lean Start-Up

  • Die Lean Startup Methode wird häufig genutzt um Geschäftsmodelle effizient zu gestalten. Dabei ist der schnelle Markteinstieg mittels Prototypen, sogenanntem MVP – minimal viable product – zentral. Dieses Produkt weist gerade mal grundlegende Merkmale auf. Basierend auf dem Kundenfeedback wird das Produkt bzw. die Dienstleistung laufend und rasch verbessert und demnach den Bedürfnissen der Zielgruppe angepasst. Diese Feedbackschleife wird für gewöhnlich einige Male durchlaufen und ist als „Build – Measure – Learn“ bekannt.

Patent

  • Ein Patent ist ein rechtlicher Schutz von geistigem Eigentum, das gewerblich anwendbar ist z.B. einer Erfindung. Die Person, die das Recht inne hat, darf über die Nutzung und den Verkauf des geistigen Eigentums verfügen. Im deutschen Sprachraum wird der Begriff für den Schutz von technisch geprägten Erfindungen verwendet. Im englischen Sprachraum jedoch gibt es zwei Arten. Das „Utility Patent“ ist ein Schutzrecht auf technische Erfindungen und das „Design Patent“ schützt Formen und Muster.

Pitch

  • Ein Pitch ist eine kurze und prägnante Präsentation einer Geschäftsidee (zumeist vor einem Investor). Die Bezeichnung Elevator Pitch stammt daher, dass Gründer*innen ihre Geschäftsidee jederzeit und selbst in der kurzen Zeit einer Fahrstuhlfahrt überzeugend vermitteln können sollten.

Pitch Deck

  • Ein Pitch Deck ist ein Foliensatz, der einen Überblick über ein Startup gibt. Es ist wichtig zu verstehen, an wen sich der Pitch richtet, sodass die Informationen entsprechend dem Gegenüber angepasst werden. Ein Pitch kann sich demnach an z.B. Investoren, Kunden, Partner und Mitgründer richten. Wesentliche Bestandteile sind hingegen Produktbeschreibung mit Alleinstellungsmerkmal, Problem- und Lösungsdarstellung, Marktanalyse, Geschäftsmodell, Team usw. Optisch ansprechende Folien wecken das Interesse beim Gegenüber eher.

Pre-Seed Phase

  • In der ersten Startup-Phase steht die Ideenfindung und die Überprüfung der Umsetzbarkeit der Idee im Mittelpunkt. Geschäftsideen werden mittels Methoden wie Brainstorming oder Design Thinking generiert. Darauf folgt die Bewertung der Idee, wobei die Marktchancen des Produktes getestet werden und die ersten Gespräche über die Idee geführt werden. Mit diesem Feedback geht es weiter zur Zielgruppenanalyse, bei welcher definiert wird, wer das Produkt oder den Service nutzen wird.

Proof of Concept (PoC)

  • Übersetzt bedeutet der Begriff Proof of Concept (PoC) Prüfung des Konzepts. Dabei wird ein Projekt evaluiert und eine Machbarkeitsstudie angefertigt. Die Ergebnisse entscheiden über den Erfolg bzw. Misserfolg des Projektes. Investoren fragen aufgrund der Risikominimierung oft nach diesem Machbarkeitsnachweis, damit sie einschätzen können, ob die Geschäfts- bzw. Projektidee umsetzbar und wahrscheinlich auch erfolgreich sein wird.

Reifephase (Third Stage)

  • In der letzten Startup-Phase, auch Reifephase oder Third Stage genannt, ist aus dem Startup ein gestandenes Unternehmen geworden. Das Wachstum wird nicht mehr aggressiv sondern nachhaltig ausgerichtet bzw. lässt nach. Um konkurrenzfähig zu bleiben werden Strategien benötigt, Unternehmenszukäufe und Kooperationen angedacht oder neue Produkte eingeführt. Für weiteres Wachstum werden neue Finanzierungsmöglichkeiten benötigt. Erfolgreiche Startups wagen in dieser Zeit auch oft den Börsengang oder verkaufen an größere Unternehmen.

Seed Phase

  • In der zweiten Startup-Phase dreht sich alles um Planung. Dabei geht es darum das Geschäftsmodell mit dem Wissen über Probleme, Bedürfnisse und Zielgruppe zu definieren.Häufig wird dabei die Methode des Business Model Canvas verwendet. Neben dem Business Plan soll das Augenmerk auf die Erstellung eines Prototypen oder eines MVPs (Minimum Viable Product) gelegt werden. Weiters ist die Planung der tatsächlichen Gründung, sowie die Wahl der Rechtsform und die Klärung der Finanzierung wichtig.

Spin Off

  • Spin-Offs sind Unternehmensgründungen der Universität bzw. Unternehmen an denen die Universität direkt oder indirekt beteiligt ist. Wesentlich dabei ist, dass die Gründung auf Basis von neuen wissenschaftlichen Verfahren oder der Nutzung von Forschungsergebnissen der Universität beruht. Es gibt daher eine enge Anbindung zwischen Universitäten und Spin-Offs.

Stakeholder

  • Stakeholder sind Personen oder Organisationen, die ein Interesse an den Aktivitäten von einem Unternehmen haben, weil sie indirekt oder direkt davon betroffen sind. Daher sollen sich Unternehmen bewusst sein, welche Stakeholder ein Interesse am eigenen Unternehmen haben, sowie welche Erwartungen und Ansprüche sie stellen. Gerade den einflussreichen Stakeholdern sollte man gerecht werden und ihre Interessen entsprechend erfüllen. Typische Stakeholder sind Mitarbeiter*innen, Lieferant*innen, Kund*innen, Kapitalgeber*innen uvm.

Start-Up

  • Ein Start-Ups ist ein junge Organisation, die durch zwei Besonderheiten gekennzeichnet ist: Es hat eine innovative Geschäftsidee und wird mit dem Ziel gegründet, schnell zu wachsen. Start-Ups adressieren dabei meist einen jungen oder noch nicht existierenden Markt und müssen deshalb erst ein skalierbares und profitables Geschäftsmodell finden. Start-Ups sind speziell in der Anfangszeit oftmals auf Kapitalzufuhr von außen angewiesen.

Startup Phase (Gründungsphase)

  • Die dritte Phase wird auch Startup- bzw. Gründungsphase genannt. In dieser Phase geht es um den Aufbau der Organisation und des Vertriebs. Konkret wird die Wahl der Rechtsform getroffen, das Gewerbe angemeldet, das Unternehmen beim Finanzamt gemeldet und im Firmenbuch eingetragen. Planungen für die Produktion der Produkte bzw. die Bereitstellung der Dienstleistungen geschehen. Zudem ist die Liquiditätsplanung und -kontrolle wichtig, denn die liquiden Mittel machen die Handlungen des Unternehmen überhaupt erst möglich.

Technologietransfer

  • Der Technologietransfer stellt die Weitergabe von technischem Wissen oder praktischen Erkenntnissen in der Technologie dar. Dabei handelt es sich speziell um die Übertragung von Forschungs- und Entwicklungsergebnissen. Dieser Transfer kann zwischen Bildungs- und Forschungseinrichtungen, Forscher*innen, Unternehmen und Ländern in unterschiedlichsten Entwicklungsphasen geschehen.

Unicorn

  • Unicorn ist ein Begriff aus dem Englischen, welcher sich in den 2010er Jahren etabliert hat. Als Unicorn wird ein Startup-Unternehmen bezeichnet, welches eine Marktbewertung von über einer Milliarde US-Dollar verzeichnet. Diese Firmenbewertung muss jedoch erfolgt sein, ehe das Unternehmen an die Börse geht oder einen sogenannten Exit durchläuft. Die Bezeihnung Unicorn ist ein sehr seltenes Phänomen, weswegen der Begriff auch entsprechend passend ist.

Venture Capital (Risikokapital)

  • Unter Risikokapital (Venture Capital) versteht man Kapital, welches zur Beteiligung an besonders riskant geltenden Unternehmen verwendet wird. Meist ist es das Startkapital für junge Unternehmen (bspw. Startups). Diese Art von Kapital wird für die Expansion, aber auch für innovative Projekte verwendet, die mit hohem Risiko behaftet sind. Nachdem neben den Projekten auch die Personen, die das Kapital zur Verfügung stellen, hohem Risiko ausgesetzt sind, lautet der Begriff Risikokapital.

Wachstumsphase (Second Stage)

  • In der Wachstumsphase (Second Stage) werden steigende Einnahmen generiert und regelmäßig neue Kundschaft gewonnen, was sich positiv auf den Cashflow auswirkt. Auf die Gründer*innen kommen neue Aufgaben hinzu, wie z.B. Kundenbetreuung, Beobachtung des Wettbewerbs. Zu einem wachsenden Unternehmen gehören jedoch auch die Einstellung neuer Mitarbeiter*innen und die Führung des Personals. Um die Professionalität eines schnell wachsenden Unternehmens zu wahren, ist es oft ratsam externe Expertise in das Unternehmen zu holen.

Wissenstransfer

  • Der Begriff Wissenstransfer umfasst grob die Weitergabe von erworbenem Wissen und ist somit Bestandteil des Wissensmanagements. Der Austausch und die Übertragung von Wissen findet zwischen Unternehmen, aber auch Hochschulen und Forschungseinrichtungen statt. Ein systematischer Transfer erhöht die Produktivität und Innovationskraft und beugt zudem einem Wissensverlust vor. Die Vernetzung zwischen den jeweiligen Stakeholdern und Wissensträgern ist daher für einen erfolgreichen Wissenstransfer von besonderer Bedeutung.